Monday, January 7, 2013
fic: Augen auf [The Basic Eight]
Das nächste Mal, als Flan Natasha sah, war in ihrer Zelle. Wobei, "sehen" ist nicht ganz der richtige Ausdruck. "Hören" trifft es eher.
Sie schlief, oder zumindest waren ihre Augen geschlossen und ihre Nervenenden nicht mit dem Geschehen um sie herum verbunden. Vielleicht träumte sie gerade von Anaïs Nin oder von Adam, wer wusste das schon. Vermutlich hing sie diesem einen Treffen kurz vor Schulbeginn letzten Sommer nach, in diesem Café oder dieser Bar oder wo auch immer sie sich getroffen hatten... das "wo" schien mit Natasha immer irrelevant gewesen zu sein. Sie nahm zu viel Raum in Flans Wahrnehmung ein, als dass dort Platz gewesen wäre für irgendetwas anderes.
Wie jetzt auch.
"Wach auf, Flan!", zischte eine Stimme neben ihrem Ohr.
Sie war sofort wach. Plötzlich war es so kalt im Raum, so unglaublich kalt, sie wollte die Decke um sich ziehen und sich einrollen und gegen die Wand drücken... aber das konnte sie nicht. Das würde bedeuten, dass sie wach war.
Sie hatte sich das eingebildet. Das war die Erklärung. Wahrscheinlich war es sogar Teil irgendeines perversen Traums, der sie nicht losließ. Der sie noch nie losgelassen hatte, wenn sie ehrlich war. Sie wusste, was Sache war. Dass es Natasha nicht gab.
(Allein dieser Gedanke kostete sie so viel Kraft, dass ihr noch kälter wurde. Eine Welt, in der Natasha nicht existierte, war wie ein Schlag ins Gesicht.)
"Jetzt hör auf mit dem Scheiß und wach auf!" Da war so viel Wut und gleichzeitig Erwartung in dem Ton, es war herrlich. Es könnte fast wahr sein.
Flan öffnete die Augen nicht.
Wenn sie hinsah und Natasha nicht dort war, was bedeutete das?
Fortschritt, würden sie sagen, es wird besser. Dann wäre Natasha nur noch die Stimme des Teufels in ihren Ohren, nicht mehr ein Teil von ihr so groß wie sie selbst. Flan glaubte den Ärzten, sie tat es wirklich. Sie hatte es selbst gesehen, erlebt. Der Moment, als sie es begriffen hatte, als Natasha sie, wie gedacht hatte, für immer alleine gelassen hatte, schien ihr aus einem anderen Jahrhundert, ja, einem anderen Universum zu stammen. Wie naiv von ihr.
Aber wenn sie jetzt hinsah und Natasha war da, vor ihr, mit ihren schönen Haaren und ihrer makellosen Haut und ihrem Duft und ihren Augen und allem, was Flan nachts laut heulend vermisst hatte, was bedeutete das dann? Und wollte sie es wissen?
"Flan!"
Langsam öffnete sie die Augen.
Sie schlief, oder zumindest waren ihre Augen geschlossen und ihre Nervenenden nicht mit dem Geschehen um sie herum verbunden. Vielleicht träumte sie gerade von Anaïs Nin oder von Adam, wer wusste das schon. Vermutlich hing sie diesem einen Treffen kurz vor Schulbeginn letzten Sommer nach, in diesem Café oder dieser Bar oder wo auch immer sie sich getroffen hatten... das "wo" schien mit Natasha immer irrelevant gewesen zu sein. Sie nahm zu viel Raum in Flans Wahrnehmung ein, als dass dort Platz gewesen wäre für irgendetwas anderes.
Wie jetzt auch.
"Wach auf, Flan!", zischte eine Stimme neben ihrem Ohr.
Sie war sofort wach. Plötzlich war es so kalt im Raum, so unglaublich kalt, sie wollte die Decke um sich ziehen und sich einrollen und gegen die Wand drücken... aber das konnte sie nicht. Das würde bedeuten, dass sie wach war.
Sie hatte sich das eingebildet. Das war die Erklärung. Wahrscheinlich war es sogar Teil irgendeines perversen Traums, der sie nicht losließ. Der sie noch nie losgelassen hatte, wenn sie ehrlich war. Sie wusste, was Sache war. Dass es Natasha nicht gab.
(Allein dieser Gedanke kostete sie so viel Kraft, dass ihr noch kälter wurde. Eine Welt, in der Natasha nicht existierte, war wie ein Schlag ins Gesicht.)
"Jetzt hör auf mit dem Scheiß und wach auf!" Da war so viel Wut und gleichzeitig Erwartung in dem Ton, es war herrlich. Es könnte fast wahr sein.
Flan öffnete die Augen nicht.
Wenn sie hinsah und Natasha nicht dort war, was bedeutete das?
Fortschritt, würden sie sagen, es wird besser. Dann wäre Natasha nur noch die Stimme des Teufels in ihren Ohren, nicht mehr ein Teil von ihr so groß wie sie selbst. Flan glaubte den Ärzten, sie tat es wirklich. Sie hatte es selbst gesehen, erlebt. Der Moment, als sie es begriffen hatte, als Natasha sie, wie gedacht hatte, für immer alleine gelassen hatte, schien ihr aus einem anderen Jahrhundert, ja, einem anderen Universum zu stammen. Wie naiv von ihr.
Aber wenn sie jetzt hinsah und Natasha war da, vor ihr, mit ihren schönen Haaren und ihrer makellosen Haut und ihrem Duft und ihren Augen und allem, was Flan nachts laut heulend vermisst hatte, was bedeutete das dann? Und wollte sie es wissen?
"Flan!"
Langsam öffnete sie die Augen.
Sunday, January 6, 2013
Monster
If you are a monster, stand up.
If you are a monster, a trickster, a fiend,
If you’ve built a steam-powered wishing machine
If you have a secret, a dark past, a scheme,
If you kidnap maidens or dabble in dreams
Come stand by me.
If you have been broken, stand up.
If you have been broken, abandoned, alone
If you have been starving, a creature of bone
If you live in a tower, a dungeon, a throne
If you weep for wanting, to be held, to be known,
Come stand by me.
If you are a savage, stand up.
If you are a witch, a dark queen, a black knight,
If you are a mummer, a pixie, a sprite,
If you are a pirate, a tomcat, a wright,
If you swear by the moon and you fight the hard fight,
Come stand by me.
If you are a devil, stand up.
If you are a villain, a madman, a beast,
If you are a strowler, a prowler, a priest,
If you are a dragon come sit at our feast,
For we all have stripes, and we all have horns,
We all have scales, tails, manes, claws and thorns
And here in the dark is where new worlds are born.
Come stand by me.
Catherynne M. Valente, A Monstrous Manifesto
Die Rory-Gilmore-Lese-Challenge
Oh Gott, ich liebe die Gilmore Girls. Das ist mir auch gestern im Hotel aufgefallen (kaum zu glauben, dass zwischen dann und jetzt nur ein Tag liegt), als wir (oder ich eher) beim Packen mehrere Folgen geschaut habe(n). Zur Präzision: ich habe geschaut und gepackt, mein Freund hat geschlafen.
Es gibt viel, was mich jetzt an der Serie stört. Rory Gilmore ist ein Ideal, das ich niemals erreichen kann. Ich habe zum ersten Mal Gilmore Girls geschaut, da war ich elf oder so, mit unserem ersten Au-Pair-Mädchen Adriana. Jetzt bin ich 19. Ich habe seitdem die Schule abgeschlossen, einen Freund gehabt und die Universität begonnen. Ich baue nicht ununterbrochen Referenzen zu berühmten Filmen oder Büchern ein. Ich war nicht Jahrgangsbeste und ich gehe nicht auf eine Elite-Uni (zumindest noch nicht). Ich habe es auch nicht versucht. (Man wird feststellen, ich habe es noch niemals in meinem Leben richtig versucht.)
Eine Sache hat mich nie losgelassen, und das ist natürlich Rorys Bücherkonsum. Ich habe Listen aufgestellt nur mit den Büchern, die sie gelesen hat, teilweise aus den Folgen zusammengekratzt, dann ein paar aus dem Internet und so weiter. Hier habe ich jetzt eine ganze Liste gefunden. Dass ich das machen will, ist natürlich keine Frage, wie lang auch immer es dauern wird (rechnen wir mit Jahren). Liste und Updates unter dem Cut.
Es gibt viel, was mich jetzt an der Serie stört. Rory Gilmore ist ein Ideal, das ich niemals erreichen kann. Ich habe zum ersten Mal Gilmore Girls geschaut, da war ich elf oder so, mit unserem ersten Au-Pair-Mädchen Adriana. Jetzt bin ich 19. Ich habe seitdem die Schule abgeschlossen, einen Freund gehabt und die Universität begonnen. Ich baue nicht ununterbrochen Referenzen zu berühmten Filmen oder Büchern ein. Ich war nicht Jahrgangsbeste und ich gehe nicht auf eine Elite-Uni (zumindest noch nicht). Ich habe es auch nicht versucht. (Man wird feststellen, ich habe es noch niemals in meinem Leben richtig versucht.)
Eine Sache hat mich nie losgelassen, und das ist natürlich Rorys Bücherkonsum. Ich habe Listen aufgestellt nur mit den Büchern, die sie gelesen hat, teilweise aus den Folgen zusammengekratzt, dann ein paar aus dem Internet und so weiter. Hier habe ich jetzt eine ganze Liste gefunden. Dass ich das machen will, ist natürlich keine Frage, wie lang auch immer es dauern wird (rechnen wir mit Jahren). Liste und Updates unter dem Cut.
Das Wolkenatlas-Sextett
In dem Moment, als das Wolkenatlas-Sextett als Werk von Robert Frobisher zum ersten Mal erwähnt wurde, ist mein Herz stehen geblieben. Nicht lange, schließlich musste ich umblättern und weiter lesen, aber es war genug, es hat ein Knacken dort gegeben, tief in meinem Herzen, und dieses Gefühl von hilfloser Liebe ist irgendwo herausgeströmt und hat mir den Atem genommen.
Es gibt wenige Dinge, die ich so sehr liebe, wie Bücher, in denen es um ein Werk geht, das der Leser selbst nicht erreichen kann, besonders, wenn es sich hierbei um Musik handelt, ein Stück klassischer Komposition, und es kann beschrieben werden, so lange es will, es bleibt unantastbar, unfühlbar, eine Variable, die jeder selbst für sich ausfüllen muss. Es ist mächtiger als das bloße Beschreiben von Personen und von Orten. Wenn ein Film herauskommt, wird dieses Stück Musik niemals niemals richtig umgesetzt werden können.
Und so bleibt es das große Mysterium, sogar jetzt schon, wo ich kaum 200 Seiten gelesen habe. Es ist etwas Erhabenes. Ich habe andere Bücher gelesen, in denen es auch um so etwas ging, habe die Namen natürlich allesamt vergessen. Da gab es eins, wo der Protagonist einen Song gehört hat und den in einem Musikladen vorgesungen hat, irgendwas von Bach, denke ich. Es gibt This Lullaby von Sarah Dessen, aber das ist etwas anderes. The Fault in Our Stars handelt von anderen Büchern, wiederum, auch diese sind nicht greifbar. High Fidelity und Juliet, Naked fallen mir noch ein, beide von Nick Hornby. Im Film Das Leben der anderen gibt es Die Sonate vom Guten Menschen, auch wenn die natürlich im Film gespielt wird.
Auch die Kompositionen von Vyvyan Ayrs interessieren mich. Alles an dem Buch interessiert mich. Luisa Rey hätte ein Charakter werden können, der Wirklich Wichtig für mich ist. Nun gut, ich bin sicher, das verwebt sich alles noch.
Es gibt wenige Dinge, die ich so sehr liebe, wie Bücher, in denen es um ein Werk geht, das der Leser selbst nicht erreichen kann, besonders, wenn es sich hierbei um Musik handelt, ein Stück klassischer Komposition, und es kann beschrieben werden, so lange es will, es bleibt unantastbar, unfühlbar, eine Variable, die jeder selbst für sich ausfüllen muss. Es ist mächtiger als das bloße Beschreiben von Personen und von Orten. Wenn ein Film herauskommt, wird dieses Stück Musik niemals niemals richtig umgesetzt werden können.
Und so bleibt es das große Mysterium, sogar jetzt schon, wo ich kaum 200 Seiten gelesen habe. Es ist etwas Erhabenes. Ich habe andere Bücher gelesen, in denen es auch um so etwas ging, habe die Namen natürlich allesamt vergessen. Da gab es eins, wo der Protagonist einen Song gehört hat und den in einem Musikladen vorgesungen hat, irgendwas von Bach, denke ich. Es gibt This Lullaby von Sarah Dessen, aber das ist etwas anderes. The Fault in Our Stars handelt von anderen Büchern, wiederum, auch diese sind nicht greifbar. High Fidelity und Juliet, Naked fallen mir noch ein, beide von Nick Hornby. Im Film Das Leben der anderen gibt es Die Sonate vom Guten Menschen, auch wenn die natürlich im Film gespielt wird.
Auch die Kompositionen von Vyvyan Ayrs interessieren mich. Alles an dem Buch interessiert mich. Luisa Rey hätte ein Charakter werden können, der Wirklich Wichtig für mich ist. Nun gut, ich bin sicher, das verwebt sich alles noch.
Subscribe to:
Posts (Atom)

